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Antibiotika schädigen die Darmflora – was tun?

AntibiotikaDu hast eine starke Infektion, weswegen dir Antibiotika verschrieben wurden, und jetzt bist du besorgt, ob das deine Darmflora schädigen könnte. Tatsächlich ist eine intakte Darmflora extrem wichtig für unsere Gesundheit. Und durch eine Antibiotika-Behandlung wird die Darmflora geschädigt oder zumindest beeinträchtigt. Trotzdem lassen sich Antibiotika nicht immer vermeiden. In diesem Text erfährst du, warum die Darmflora so wichtig für deine Gesundheit ist und wie du sie bei einer Antibiotika-Therapie wieder aufbauen kannst.

Inhalt:

 

Dein Darm und seine Darmflora

Dein Darm ist insgesamt fast 8 m lang und hat eine innere Oberfläche von 300 bis 500 qm. Innen ist er mit der Darmschleimhaut ausgekleidet und von tausenden oder zehntausenden Arten verschiedener Mikroorganismen besiedelt. Das ist die Darmflora, die beim Menschen insgesamt etwa 1 bis 2 kg wiegt und auch als Darm-Mikrobiom bezeichnet wird. Sie besteht vor allem aus Bakterien (Milchsäurebakterien) und Hefen, also einzelligen Pilzen. Diese Mikroorganismen leben mit uns in Symbiose, das bedeutet, wir bieten den Darmbakterien ideale Lebensbedingungen, ziehen aber auch selbst einen Nutzen aus ihnen. Die genaue Zusammensetzung der Darmflora unterscheidet sich von Mensch zu Mensch und kann sich auch im Laufe der Zeit verändern, zum Beispiel durch Ernährung oder eben durch Medikamente wie Antibiotika. Antibiotika-Behandlungen sind bei uns sogar eine der Hauptursachen für Veränderungen der Darmflora.

Warum ist eine gesunde Darmflora so wichtig?

Eine reichhaltige und vielfältige Darmflora ist nicht nur für die Verdauung wichtig, sondern auch für unsere Gesundheit allgemein – sie ist sogar lebensnotwendig. Die nützlichen Mikroorganismen in deinem Verdauungstrakt helfen dir, deine Nahrung zu verdauen und ins Blut aufzunehmen, sie helfen Krankheitserreger zu bekämpfen und sie produzieren sogar einen großen Teil des Serotonins, das dich bei Stimmung hält.

Die Darmflora ist wichtig für die Verdauung, für Immunabwehr, Stimmung und psychische Gesundheit.

Im Gegensatz dazu ist eine reduzierte und verarmte Darmflora ein charakteristisches Merkmal chronischer Krankheiten, wie krankhafte Fettleibigkeit, Diabetes, Asthma und entzündlichen Darmerkrankungen. Eine Schädigung der Darmflora wird sogar für die Entstehung von Autoimmunkrankheiten, endokrinen Störungen (z.B. der Schilddrüse), Hauterkrankungen und von bestimmten Krebsarten mitverantwortlich gemacht.

Eine gesunde, ausgewogene Darmflora…

  • … sichert die optimale Aufnahme aller Nährstoffe im Darm
  • … verbessert unsere Widerstandskraft gegen Infektionen
  • … hilft gegen bestimmte Erkrankungen

 

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Wie können Antibiotika deine Darmflora schädigen?

Antibiotika sind Gifte, die speziell gegen Bakterien wirken, dabei aber nicht zwischen schädlichen und nützlichen Bakterien unterscheiden. Wenn du Antibiotika einnehmen musst, tötet das vermutlich auch Bakterien in deinem Darm. Dadurch kann sich die Vielfalt deiner Darmflora verringern, das Ökosystem im Darm gerät durcheinander. Wie Studien zeigen, können Antibiotika die Darmflora so schädigen, dass der Körper für Infektionen anfälliger wird oder sich das Risiko für entzündliche Darmerkrankungen und Arthritis erhöht.

Untersuchungen haben gezeigt, dass es die Anfälligkeit für Darminfektionen erhöht, wenn sich die Vielfalt der Darmflora verringert.

Die Störung der Darmflora durch Antibiotika kann aber auch zu folgenden Problemen und Erkrankungen führen (Mediziner sprechen von Antibiotika-assoziierten Erkrankungen):

  • Reizdarmsyndrom
  • Angst
  • Depressionen
  • Akne
  • Autoimmunerkrankungen
  • Candida (Hefe)-Wucherungen

Wie kannst du deine Darmflora sanieren?

Normalerweise vermehren sich die Mikroben im Darm von selbst wieder, sobald man das Antibiotikum absetzt. Diese „Rekolonisierung“ braucht jedoch Zeit, und es vermehren sich oft nicht nur die nützlichen, sondern auch die schädlichen Mikroorganismen. Es entsteht also nicht immer ein gesundes, symbiontisches Gleichgewicht. Wenn du Pech hast, „übernehmen“ sogar ein oder mehrere schädliche Stämme den Darm.

Wie eine Studie zeigte, waren selbst 6 Monate nach Ende einer Antibiotika-Behandlung neun normalerweise im Darm vorkommende, nützliche Bakterien-Stämme immer noch nicht vorhanden. [1]

Nützliche Bakterien fördern

Es ist aber gar nicht schwierig, die nachteiligen Effekte einer Antibiotikatherapie zu vermeiden. Nimmst du zum Beispiel vor, während und nach einer Antibiotikatherapie ein Nahrungsergänzungsmittel mit Probiotika ein, kann das dazu beitragen, deine bakterielle Darmflora schneller wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Timing und Typ des Probiotikums sind dabei entscheidend: Stelle sicher, dass du deine Probiotika mindestens zwei Stunden vor und nach jeder Antibiotika-Einnahme nimmst. Achte auch darauf, dass das Probiotikum eine günstige Zusammenstellung von nützlichen Bakterienstämmen enthält:

Das Präparat sollte ausgewählte Stämme der Milchsäurebakterien Lactobacillus (wie Lactobacillus casei, L. plantarum, L. fermentum, L. acidophilus und rhamnosus) und Bifidobacterium (wie Bifidobakterium bifidus, B. longum und B. infantis) enthält. Die Mikroorganismen müssen außerdem in ausreichender Menge vorhanden sein und vor allem lebensfähig sein; man spricht dann von koloniebildenden Einheiten. [2, 3]

Was deiner Darmflora noch helfen kann

Probiotika sind wahrscheinlich die effektivste und schnellste Methode, die Darmflora gesund und vital zu halten, daneben gibt es aber noch weitere Ratschläge, die dir helfen könnten:

Weniger Zucker und Kohlenhydrate essen

Werden die Bakterien durch Antibiotika reduziert, können sich Hefen und Pilze, die normalerweise von säurebildenden Bakterien in Schach gehalten werden, leichter ausbreiten. Viele der Probleme, die nach Antibiotika-Einnahme auftreten können, wie Durchfall und Infektionen, lassen sich auf das Wuchern von Pilzen, insbesondere von Hefen, wie Candida albicans, zurückführen.

Candida-Hefen leben von Zucker und Kohlenhydraten, die der Körper schnell in Zucker umwandelt, wie Stärke. Um ein Wuchern von Candida zu verhindern, solltest du also möglichst wenig Zucker und Kohlenhydrate essen, wenn du Antibiotika einnehmen musst.

 

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Quellen

[1] https://www.sciencedaily.com/releases/2018/10/181023110545.htm

[2] https://www.health.harvard.edu/vitamins-and-supplements/health-benefits-of-taking-probiotics

[3] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4748966/

 

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