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Melatonin gegen Stress – hilft das?

Melatonin gegen Stress

Melatonin – was ist das?

Melatonin ist ein wichtiges Hormon, das das Gehirn in der Zirbeldrüse (Epiphyse) produziert. Es signalisiert deinem Gehirn und Körper, dass es Zeit zum Schlafen ist und steuert so deinen Schlaf-Wach-Zyklus, den so genannten zirkadianen Rhythmus, der uns hilft, auf Tag und Nacht zu reagieren.

Melatonin kannst du auch auch als Präparat einnehmen, damit du schneller einschlafen kannst und um deine Schlafqualität zu verbessern. Es kann sich aber auch positiv bei Stress auswirken, doch dazu weiter unten. In diesem Text erfährst du, wie Melatonin gegen die Symptome von Stress wirkt und was du bei der Einnahme beachten solltest.

Ist Melatonin ein Schlafmittel?

Vielleicht denkst du wie viele, dass Melatonin wie ein Beruhigungsmittel wirkt – das stimmt aber nicht. Melatonin – egal, ob als Ergänzung eingenommen oder vom Gehirn selbst produziert– verbessert deinen Schlaf, indem es dir hilft, deinen Schlaf-Wach-Rhythmus besser zu regulieren, sprich, indem es deine biologische Uhr richtig einstellt. Wenn Melatonin deine Schlaf-Wach-Zyklen stabilisiert und verbessert, kannst du regelmäßiger und tiefer schlafen. So verkürzt Melatonin unter anderem deine Einschlafzeit und verlängert die Tiefschlaf-Periode (den sog. REM-Schlaf). Ein höherer Melatoninspiegel im Blut führt also letztlich zu mehr und besserem Schlaf, damit du tagsüber nicht mehr schläfrig und müde, sondern wach und erholt bist.

Dass die Einnahme von Melatonin Schlafdauer und Schlafqualität verbessert, zeigen die Ergebnisse einer Studie von 2017 [1]. Danach ist die Gabe von Melatonin als Schlafmittel tatsächlich hilfreich. Schichtarbeiter konnten schneller einschlafen und schliefen länger und tiefer, wenn Sie täglich 3 Milligramm Melatonin einnahmen.

Melatonin hilft auch bei (vorübergehenden) Schlafstörungen, die beispielsweise durch Jetlag oder Schichtarbeit auftreten können. Auch hier zeigt eine Studie, dass die Betroffenen mit Melatonin leichter einschlafen können [2].

Da Schlaf und Stimmung eng miteinander verbunden sind, kann eine Supplementierung (Nahrungsergänzung) mit Melatonin auch nützlich sein, um Stress-Symptome besser verarbeiten zu können. Um die Wirkungsweise von Melatonin bei Stress zu verstehen, sollten wir uns zuerst kurz ansehen, was Stress in deinem Körper bewirkt.

 

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Warum ist Stress schädlich?

Unser Organismus reagiert auf gefährliche oder unangenehme Situationen, indem er verschiedene Substanzen, so genannte Stresshormone, ins Blut ausschüttet. Diese verteilen sich auf alle Organe und führen dort zu unterschiedlichen Reaktionen, die den Körper auf Kampf oder Flucht vorbereiten sollen: So steigen Blutdruck und Herzfrequenz an, während Verdauungstätigkeit und Sexualfunktionen heruntergefahren werden, um nur einige zu nennen. Dauern Stress-Situationen längere Zeit an, dann können diese Stresshormone nicht abgebaut werden: Unser Körper befindet sich im Dauerstress – einem chronischen Anspannungs- und Aktivierungszustand. Das führt mit der Zeit zu vielfältigen Stress-Symptomen.

Auswirkungen von chronischem Stress auf Körper und Psyche

  • Herz-Kreislauf-Beschwerden
  • Sodbrennen und andere Magen-Darm-Beschwerden
  • Gereiztheit, Lustlosigkeit, Antriebslosigkeit, Depressionen
  • Konzentrationsprobleme, Denkblockaden, Vergesslichkeit
  • Schlafstörungen, sexuelle Probleme, Unruhe

Hilft Melatonin wirklich gegen Stress?

Melatonin soll bei Stress helfen – funktioniert das wirklich? Wie wir bereits erläutert haben und wie wissenschaftliche Studien zeigen, kann Melatonin zur Ausbildung gesunder Schlafmuster hilfreich sein. So wurde nachgewiesen, dass bei älteren Menschen Schlaf, Verhaltensstörungen, Depressionen und Angstzustände durch Melatonin-Gaben deutlich verbessert wurden [3]. Auch bei Patienten mit Schlafstörungen verbesserte Melatonin signifikant die Schlafeffizienz [4].

Ganz neu ist eine interessante Untersuchung, bei der Wissenschaftler die Auswirkung einer Melatonin-Gabe bei Frauen untersucht haben, die in einer simulierten Fahrt über sechs Zeitzonen nach Osten einem künstlichen Stress durch Jet-Lag ausgesetzt wurden. Tatsächlich zeigten die Versuchspersonen, die ein Plazebo erhielten, deutlich mehr Stress-Symptome als die Gruppe, die Melatonin nahm. Das deutet darauf hin, dass die Gabe von Melatonin wahrscheinlich den Abbau von Stress-Hormonen auslöst oder erleichtert. Die positive Wirkung war nicht nur messbar, der stressmindernde Effekt von Melatonin war für die Studienteilnehmerinnen auch real fühlbar. Das bestätigt das Stimmungsprofil der Frauen, das durch Fragebögen gemessen wurde [5].

Die Wirkung von Melatonin beruht wahrscheinlich über die Verbesserung von Schlafdauer und -qualität. Denn andauernder Stress wirkt sich sehr negativ auf den Schlaf aus: Wir schlafen schlechter ein, schlafen unruhiger und wachen immer wieder auf. Die schlechte Schlafqualität führt dazu, dass die Stresshormone schlechter abgebaut werden. Gleichzeitig führt die mangelnde Schlafqualität wiederum zu mehr Stress – ein Teufelskreis.

Melatonin durchbricht diesen Teufelskreis, indem es dich leichter einschlafen und besser durchschlafen lässt und deine Schlafqualität insgesamt steigert. Das senkt deine Stresshormone und reduziert ihre negativen Folgen auf Körper, Geist und Seele. So kann Melatonin dir helfen, diesem Teufelskreis zu entkommen.

Zuviel Stresshormone führen zu Schlafproblemen und das verursacht noch mehr Stress. Melatonin kann helfen, die Schlafqualität zu verbessern und die negativen Auswirkungen von Dauerstress zu lindern.

 

Was solltest du beachten, wenn du Melatonin nimmst?

Melatonin ist normalerweise sicher und unproblematisch einzunehmen. Nebenwirkungen sind nur selten; eventuell können vorübergehend Kopfschmerzen oder Schwindelgefühle auftreten. So findet sich auch in der Fachliteratur die Empfehlung: Wegen seines günstigen Nebenwirkungsprofils und der geringen Gefahr von Gewöhnung und Toleranz, können Gaben von Melatonin für verschiedene Personenkreise in Frage kommen [6].

Achtung:
Obwohl Nebenwirkungen selten sind, solltest du Melatonin nicht mehr einnehmen, wenn du ungewöhnliche Symptome bemerkst (wie Depression, Benommenheit, Reizbarkeit oder Magenkrämpfe). Halten diese Symptome an, solltest du einen Arzt aufsuchen [7].

 

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Quellen

[1] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28648359

[2] https://nccih.nih.gov/health/melatonin

[3] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19225268

[4] https://www.uptodate.com/contents/physiology-and-available-preparations-of-melatonin

[5] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10496143

[6] https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4273450/

[7] https://www.onemedical.com/blog/get-well/stress-supplements

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